Warburg (red). In der Nacht zu Dienstag, den 10. März 2026 ist auf der Autobahn A44 bei Warburg ein mit Gefahrgut beladener Lastwagenanhänger ausgebrannt. Die Feuerwehr war bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz, die Bergungsarbeiten zogen sich jedoch noch deutlich länger hin. Grund dafür war ein defekter Abschleppkran. Das teilten Feuerwehr und Polizei mit. Nach Angaben von Jürgen Rabbe, Leiter der Feuerwehr Warburg, brach der Brand gegen 2 Uhr aus. „Es hat vorne am Anhänger, im Bereich der Räder, angefangen zu brennen“, erklärte Rabbe. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass ein geplatzter Reifen das Feuer ausgelöst hat.
Der 59-jährige Fahrer aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf reagierte schnell: Er lenkte das Gespann auf den Seitenstreifen und konnte den Anhänger noch von der Zugmaschine abkoppeln. Dadurch blieb die Zugmaschine unbeschädigt. Bei dem Manöver atmete der Fahrer jedoch Rauch ein und erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung. Der Rettungsdienst brachte ihn zur Behandlung in ein Krankenhaus nach Kassel. Der Anhänger war mit verschiedenem Stückgut beladen – darunter Bilderrahmen, eine Wärmepumpe und Massagesessel. Zudem befanden sich Gefahrstoffe an Bord, darunter Ethanol und Peressigsäure. Die Feuerwehr näherte sich dem Brand daher zunächst vorsichtig und prüfte anhand der Beladepapiere die genaue Ladung. Glücklicherweise befanden sich die Gefahrstoffe nicht im brennenden Anhänger, sondern in der bereits abgekoppelten Zugmaschine.
Die Flammen hatten sich zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits vom Außenbereich ins Innere des Anhängers ausgebreitet. Einsatzkräfte entluden Teile der Ladung von Hand, um alle Glutnester ablöschen zu können. Die Löscharbeiten dauerten bis etwa 5.30 Uhr, anschließend wurde die Fahrbahn bis gegen 7 Uhr gereinigt. Die A44 zwischen Warburg und Breuna in Richtung Kassel war zunächst vollständig gesperrt, ab 11.30 Uhr aber zumindest einspurig wieder befahrbar. Die Bergung verzögerte sich zusätzlich, weil der Abschleppkran etwa 300 Meter vor der Einsatzstelle in der Rettungsgasse liegen blieb und zunächst repariert werden musste.
Im Einsatz waren neben Polizei, Rettungsdienst und Autobahnmeisterei der Löschzug Warburg, die Löschgruppe Welda sowie der Löschzug West. Wegen des transportierten Gefahrguts stand außerdem vorsorglich der ABC-Zug am Feuerwehrhaus Warburg in Bereitschaft. Den Schaden am ausgebrannten Anhänger schätzt die Polizei Baunatal auf rund 10.000 Euro. Ob auch die Fahrbahn beschädigt wurde, kann erst nach der vollständigen Bergung beurteilt werden.
Foto: Freiwillige Feuerwehr Warburg